DOTA
Do.09Okt.20:00DOTA„In der fernsten der Fernen“Landsberg, StadttheaterRubrikKonzertGenreSong
Zeit
9. Oktober 2025 20:00(GMT+02:00)
Details der Veranstaltung
Seit einigen Jahren widmet sich die Berliner Sängerin Dota Kehr dem dichterischen Werk von Mascha Kaléko. Mascha Kaléko beginnt in den Zwanzigern
Details der Veranstaltung
Seit einigen Jahren widmet sich die Berliner Sängerin
Dota Kehr dem dichterischen Werk von Mascha Kaléko.
Mascha
Kaléko beginnt in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts in Berlin zu
schreiben. Ab 1929 veröffentlicht sie in Tageszeitungen. Die frühen Gedichte
sind pointierte Alltagsskizzen auf Berlinerisch. Sie macht sich einen Namen,
verkehrt mit den Großen der Berliner Bohème im Romanischen Café. 1933 erscheint
ihr erstes Buch „Das lyrische Stenogrammheft“ und findet sofort großen Anklang.
Ihr Erfolg als Literatin bricht mit der Machtübernahme der Nazis aber jäh ab.
Sie darf als Jüdin nicht mehr veröffentlichen. 1938 verlässt sie Berlin, aber
die Stadt bleibt ihr fester Bezugspunkt. In einem ihrer letzten Gedichte „Bleibtreu heisst die Strasse“ schreibt sie „Vor
40 Jahren wohnte ich hier […] Hier war mein Glück zuhause. Und meine Not. Hier
kam mein Kind zur Welt. Und musste fort. Hier besuchten mich meine Freunde und
die Gestapo“, sie schließt mit der Frage „Was blieb davon? […] eine alte Wunde
unvernarbt“. Dota Kehr textet, singt und macht seit 2003 mit ihrer Band DOTA Musik.
Inzwischen hat sie 16 Alben aufgenommen und unzählige Touren im In- und Ausland
gespielt. Dass Dota die Gedichte Kalékos aufgegriffen und Songs daraus gemacht
hat, ist ein Glück. Wie sie erzählt Kaléko in ihren Texten nicht von Mythen und
fernen Sphären, sondern von Menschen. Kaléko spricht von Kassenpatienten und Kehr
von schwangeren Frauen im Baumarkt. So ist es auch gar nicht verwunderlich,
dass es Dota so leichtfiel, diesen verwandten Texten ihre Stimme zu leihen. Sie
und ihre Band haben den Gedichten eine zusätzliche Ebene, neue Farben gegeben,
manchmal auch in Kontrast zum Text gesetzt, und haben das Kunststück geschafft,
dass man, während man die Lieder hört, kein einziges Mal an Lyrik mit
musikalischer Begleitung denkt. DOTA hat die Texte Mascha Kalékos in unsere
Zeit gerettet, noch mehr: sie klingen, als wären sie jetzt geschrieben, in
dieser Form.
Beteiligte Gruppen und Personen
DOTA
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